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Der F-Führer outet seine Bewegung als „eine österreichbewußte Partei,
die Heimatbewußtsein und Vaterlandsliebe im klassischen Sinne auch
politisch lebt“.
Hurra! Der „Deutschtümelei“ wird eine Absage erteilt und alle können
beruhigt schlafen, solange man nicht fragt auf welche „Klassik“
er sich beruft.. Was ist geschehen? Der Deutschnationale wird zum
Hahnenschwänzler, die Mißgeburt mangels Überwindungserfolg einfach
adoptiert.
Deutsch geht, völkisch bleibt. Der verpflichtende Sozial(Arbeits)dienst
wird wieder als „notwendige Maßnahme“ zur Herbeiführung gesellschaftlicher
Solidarität - der Volksgemeinschaft - gesehen, und Frauen können
sich um ihre Kinder, ihre möglichst vielen Kinder kümmern, denn,
„daß ist ja was die meisten Frauen wollen“. Diese „Sammlung des
Österreich des nichtgeschützten Bereiches“, hart bedrängt im Abwehrkampf
gegen „gekaufte Staatskünstler die einen politischen Auftrag besorgen“
wird „nach 25 Jahren geistiger Gehirnwäsche“ und „Hetzpropaganda
in einem ziviliersten Unterricht für junge Bürger“ das Land schon
wieder auf den rechten Weg bringen. Rechts ist ja schließlich positiv,
denken wir nur an Rechtsstaat.
Und doch bleiben Fragen offen. Wie war das zum Beispiel mit dem
zweiten Weltkrieg wirklich. „In der offiziellen Geschichtsschreibung
haben die Deutschen begonnen, selbstverständlich.“, aber man kennt
ja diese Geschichte sie wird immer facettenreicher. Abzuwarten ist,
wann der F-Führer vor der offiziellen Geschichtsschreibung endlich
jenen polnischen Offizier outet, der gesteht den Angriff auf den
Sender Gleiwitz kommandiert zu haben. In Folge dieses hinterhältigen
und gemeinen Angriffes mußte im Osten eine „Auseinandersetzung“
geführt werden. Aber das hatte ja auch sein gutes. Schließlich haben
„die Wehrmachtssoldaten die Demokratie in Europa, wie wir Sie heute
vorfinden ermöglicht“. Die derart „Beglückten“ wie Polen, Belgien,
Hol-land, Frankreich, sollten wohl heute noch dankbar sein für den
Demokratieunterricht der Wehrmacht. 20 Millionen Russen haben („laut
offizieller Geschichtschreibung“) diesen „Demokratisierungsversuch
der Wehrmacht“ nicht überlebt. Opfer des „Wiederstandes der Wehrmacht“
im Osten? Die Geschichtsschreibung der Republik römisch drei wird
die Antwort darauf wissen. Wer die Wehrmacht als „Ermöglicher der
Demokratie“ betrachtet, und von der „Überwindung der 2. Republik“
spricht, dabei aber „Heimatbewußtsein und Vaterlandsliebe im klassischen
Sinne auch politisch lebt“, ist kein Deutschnationaler. Er ist ein
Austrofaschist.
Die „Klassik“ des österreichischen Heimatbewußt-seins und der Vaterlandsliebe
läßt sich klar bestimmen. Sie ist untrennbar mit den Namen Dollfuß
und Schuschnigg verbunden. Sie ist verbunden mit völkischen und
ständischen Elementen, wie sie auch der F-Bewegung zu eigen sind.
Die „Klassik“ des österreichischen Heimatbewußtseins und der Vaterlandsliebe
ist aber auch verbunden mit dem Namen Starhemberg.
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